Achtsamkeit und Entschleunigung stehen im Zentrum von „Slow Living“. Der Trend des zu deutsch „langsamen Lebens“ ist in aller Munde und besonders in der Einrichtung beliebt. Aber was bedeutet das genau in der Praxis? Wie kann ich so leben? Dem wollen wir heute genauer nachgehen.

Frau sitzt auf Bett

Der Slow Living Trend hat sich aus dem Slow Food Trend entwickelt, der sich in den 1980ern quasi als Gegenbewegung zum Fast Food in Italien etabliert hatte. Heute steht er vor allem für ein entschleunigtes und möglichst stressfreies Leben, abseits von Konsumstress und Leistungsdruck.

Was macht den Trend aus? 

Vor allem sollen bewusste Entscheidungen getroffen werden, die nicht aus der Hektik des Moments entstehen, sondern eben genau überlegt sein wollen. Dabei geht es aber nicht um eine plötzlichen Lebenswandel über Nacht, Slow Living ist eben, wie der Name schon sagt, ein langsamer Prozess. Schritt für Schritt kann jeder Teil deines Lebens angepasst werden und das kann schon mit Kleinigkeiten anfangen. Lege zum Beispiel beim Frühstück dein Handy aus der Hand und genieße einfach die Ruhe am Morgen, ohne Ablenkungen. Oder nimm dir vor dem Schlafengehen ein paar Minuten Zeit, um deinen Tag bewusst zu reflektieren.

In der Küche wird viel Wert auf frische und regionale Produkte gelegt, selbst kochen und bewusst genießen. No-Waste oder Less-Waste geht mit dem Slow Living Konzept Hand in Hand, denn wer bewusst lebt und einkauft, produziert auch weniger (unnötigen) Abfall. Im Badezimmer soll eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen werden, wie ein Spa für zu Hause, in dem Self-Care an erster Stelle steht.

Slow Living Einrichtung 

Minimalismus trifft es wohl am ehestens als Synonym für die Slow Living Einrichtung. Auch andere Trends passen sehr gut in das Konzept, zum Beispiel der Hygge, Japandi oder Wabi-Sabi-Trend. Es geht vor allem darum, Dinge um sich zu haben, die einem Freude bereiten und die bewusst ausgewählt wurden. Deine Einrichtung und deine Gefühls- und Gedankenwelt beeinflussen sich gegenseitig. 

Wohnzimmer 

Darauf kommt es an: 
  1. Die Farben sind schlicht und gedeckt: Taupe, Off-White, Grau, durchbrochen von leichten Farbakzenten in pastelligen Farben wie Grün, Blau oder Rosa.  
  2. Natürliche Materialien bringen eine gewisse Gemütlichkeit und eine Verbindung zur Natur: ganz vorne dabei sind Pflanzen, die nicht nur einen Farbklecks bringen, sondern auch bei der Entschleunigung und dem allgemeinen Wohnklima positiv helfen.
  3. Die Natürlichkeit bringen auch Möbel aus Holz oder Rattan sowie Textilien aus Naturfasern wie Baumwolle, Leinen, Wolle oder auch Fell
  4. Nachhaltigkeit und Langlebigkeit sind wichtige Kriterien, die die Einrichtung erfüllen soll. Abseits vom Konsumwahn sollen wenige Dinge gekauft werden, die lange halten. Beliebt sind auch Vintage oder Second Hand Möbel, die Charme versprühen.
  5. Das Design ist gradlinig und schlicht gehalten, ohne langweilig zu wirken. Funktionalität steht dabei an erster Stelle. 
  6. Die Beleuchtung spielt ebenfalls eine große Rolle. Warmes Licht sorgt für ein wohliges Gefühl und bietet den nötigen Ausgleich zum harten Licht von Smartphone und Laptop. Das schönste Licht erreichst du übrigens durch eine indirekte Beleuchtung. Verzichte auf die Deckenlampe und verwende lieber einige kleinere Steh- und Tischlampen.
Wie fange ich an? 
  1. Ausmisten und Entrümpeln sind das A und O des Wohntrends. Marie Kondo hat Recht, wenn sie fragt „Does this spark joy?“ Macht mir das Freude? Wenn nicht, weg damit. Es geht darum, deinen Raum möglichst schlicht und einfach zu halten und nur das zu behalten, was du wirklich brauchst und dir wirklich Freude bereitet. Übersichtlichkeit in deiner Wohnung bringt Klarheit in deine Gedanken, denn das Chaos in deiner Umgebung spiegelt sich oft dort wider.
  2. Lege dich auf einen Look fest. Was brauchst du wirklich? Ohne Plan kommt es schnell zu Impulskäufen und schon ist der Schrank wieder voll mit Dingen, die du eigentlich nicht brauchst. Ein Moodboard und eine Liste mit den essentiellen Dingen können helfen, den Überblick zu behalten. 

Das hört sich jetzt vielleicht nach vielen Regeln und Vorschriften an. Letztlich geht es aber darum, dass du dich gut und wohl in deinen 4 Wänden und deinem Leben fühlst. Manchmal machen eben drei gleiche Schüsseln im Schrank Freude und das fünfte Kissen auf der Couch bringt die nötige Gemütlichkeit. Wichtig ist beim Slow Living einfach nur, dass du dir Gedanken machst und bewusst lebst. 

Autorin: Isabell Gritzka

Eliane Wikert
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