Troubleshooting: Faktoren für Schlafprobleme identifizieren

Warum schläft mein Kind nicht durch? Über diese Frage haben wir in unserem letzten Blogpost mit Schlafcoach Katharina von „Katies kleine Nachteule“ gesprochen. Heute gehen wir noch auf ein paar weitere Fragen ein, die in diesem Zusammenhang häufig gestellt werden und du erfährst, wie du Faktoren für Schlafprobleme erkennen und nachhaltig beseitigen kannst!

Baby mit Mulltuch

Wie wichtig ist eigentlich die Einschlafroutine für die Qualität des Schlafes? 

Eine gleichbleibende Routine mit einem zuverlässigen Ablauf ist das A&O, um Schlafprobleme zu lösen und vorzubeugen. Für Kinder ist es besonders wichtig, dass ab einem gewissen Zeitpunkt am Tag, z. Bsp. dem Abendessen, immer dasselbe passiert. So wissen die Kinder ganz genau, worauf sie sich einstellen müssen und gewöhnen sich daran. Dabei ist es hilfreich, wenn die Abendroutine etwas beinhaltet, worauf man sich freuen kann und was den Körper gleichzeitig runterkommen lässt. 

Ganz wichtig: In die Einschlafroutine gehört auf keinen Fall Stress und Hektik. Nehmt euch für diese also genug Zeit. Dem Kind das Gefühl zu geben, es soll möglichst schnell schlafen, bringt nämlich nur Unruhe in die Einschlafroutine. Genauso sollten abends keine Probleme mehr gewälzt werden, man soll nicht im Streit ins Bett gehen. Das betrifft sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen. Falls es zwischen den Eltern Diskussionsbedarf gibt, sollten diese Dinge nach dem Zubettgehen des Kindes besprochen werden, denn Kinder sind wahnsinnig feinfühlig. 

Wie passe ich die Schlafroutine meines Kindes an eine neue Lebenssituation wie die Einschulung an?  

Wenn Veränderungen anstehen, sollte man sich den Schlaf des Kindes nochmal genau anschauen. Der neue Tag wird anders strukturiert sein, das heißt es ist sinnvoll, die Einschlafzeit z. Bsp. nach vorne zu verschieben, weil der Tag nun früher startet als davor. Gleichzeitig kann es auch sein, dass das Kind in dieser Situation wieder einen Mittagsschlaf bzw. längere Ruhephasen benötigt, weil das Ganze natürlich super anstrengend ist und auch daran muss sich so ein kleiner Körper eben erstmal gewöhnen. 

Wie mache ich das mit der Schlafroutine im Urlaub, ggf. auch noch mit Zeitverschiebung? 

Sollte die Zeitverschiebung am Urlaubsort nicht allzu groß sein, dann könnt ihr natürlich auch schon 1-2 Wochen vor dem Urlaub damit anfangen, euer Kind an die neuen Zeiten zu gewöhnen. Das heißt, ihr schiebt das Einschlafen am Tag immer so 10-20min in die jeweilige Richtung, bis ihr euch an die neue Zeit angenähert habt, die am Urlaubsort herrscht. 

Grundsätzlich gilt natürlich: Versucht euch bestmöglich auch im Urlaub an den gleichbleibenden Zeiten zu orientieren. Das gilt besonders für kleinere Kinder, die noch ihr Tagesschläfchen halten müssen.  

Und noch ein Tipp: bei längeren Autofahrten und auch Flugreisen ist es manchmal hilfreich, wenn man nachts losfährt. So werden eure kleinen Nachteulen einen Großteil der Anreise verschlafen und dann fit und munter am Urlaubsort ankommen.

Überblick verschaffen: Unser Fragebogen-Guide mit Schlafcoach Katharina

Zusammen mit Katie haben wir einen Fragebogen konzipiert, der euch dabei helfen kann, Schlafprobleme zu identifizieren und Lösungswege zu finden. Hier könnt ihr den Fragebogen downloaden.

1. Treten die Schlafschwierigkeiten erst seit Kurzem oder schon länger auf? 

Es ist völlig normal, dass der Schlaf von Kindern immer mal wieder schwankt. Deshalb sind kurzfristige Schlafprobleme noch lange kein Grund zur Sorge. Da lohnt es sich als Elternteil einfach zu fragen: Seit wann genau ist dies der Fall? Welche äußeren und inneren Faktoren können die Ursache für die Probleme sein? Bekommt mein Kind gerade seine ersten Zähnchen, ist es krank, oder ist es vielleicht einfach nur zu warm im Schlafzimmer? 

2. Hat sich an der vorherigen Lebens-& Schlafsituation meines Kindes etwas geändert, was der Auslöser dafür sein könnte? 

Wenn die Probleme schon seit einem längeren Zeitraum bestehen, dann muss man vielleicht etwas tiefer und weiter zurück in die Zeit schauen. Denkt an die Zeit zurück, als mit dem Schlaf des Kindes noch alles in Ordnung war- was hat sich seitdem geändert? Ist zum Beispiel seit dem neuen Job der Mutter weniger Zeit für Quality time da? Liegt vielleicht ein Umzug zurück, den das Kind immer noch verarbeitet? Die Auslöser können selbstverständlich individuell und vielfältig sein. Je älter das Kind ist, desto mehr lohnt es sich natürlich auch das Problem zu thematisieren und konkret zu fragen, was dem Kind “fehlt”, bzw. Probleme bereitet. 

3. Schläft mein Kind genug bzw. passend viel für sein Alter? 

Ebenfalls eine häufige Ursache von Schlafproblemen ist die Schlafdauer. Wenn das Kind zum Beispiel nachts nicht genug Schlaf bekommt und sich diesen Schlaf dann tagsüber durch Mittagsschläfchen holt, ist klar, dass es abends noch nicht müde genug ist.  

Wenn ihr darüber noch ein bisschen mehr wissen wollt, dann schaut doch in unserem Blogbeitrag Warum schläft mein Kind nicht durch vorbei, da gehen wir auf die Frage: “Wie viel Schlaf braucht mein Kind eigentlich?” nochmal genauer ein. 

4. Haben wir eine feste Einschlafroutine? Wenn ja, wie sieht diese eigentlich aus? 

Wie bereits gesagt: Eine gleichbleibende Routine mit einem zuverlässigen Ablauf ist das A&O, um Schlafprobleme zu lösen und vorzubeugen. Wenn es euch also schwerfällt, die immergleichen Zeiten und einen Ablauf einzuhalten, auf den sich euer Kind gut einstellen und gewöhnen kann, dann wird es auch eurem Kind schwer fallen einzuschlafen. 

Sich mal genau vor Augen zu führen oder auch aufzuschreiben, wie dieser Ablauf eigentlich meistens aussieht, kann extrem dabei helfen, die eigenen Gewohnheiten zu reflektieren. Vielleicht enthält die Einschlafroutine auch Elemente, die für dich und dein Kind nicht geeignet sind. Wenn es dein Kind zum Beispiel stresst zu baden und dabei immer eine negative Atmosphäre entsteht, solltest du vielleicht überlegen, ob du dies lieber auf eine andere Tageszeit verschieben möchtest.  

5. Leidet mein Kind unter gesundheitlichen Beschwerden, die sich möglicherweise negativ auf den Schlaf auswirken? 

Auch Krankheiten wie bspw. Neurodermitis können sich negativ auf den Schlaf auswirken. Wenn also alle anderen Faktoren ausgeschlossen die Ursache für den schlechten Schlaf sein können, dann ist es ratsam, mit einem Arzt über die Situation zu sprechen und ggf. eine Anpassung an die gesundheitliche Situation vorzunehmen. 

6. Wie fühle ich als Elternteil mich eigentlich, bzw. wie reagiere ich auf die aktuelle Situation? 

Wichtig ist, trotz Stress und den Problemen, die mit Schwierigkeiten beim Ein-und Durschlafen einhergehen, einen kühlen Kopf zu bewahren. Schlafprobleme sind für die Betroffenen belastend und frustrierend, aber gerade dann ist es ganz wichtig, sich bewusst zu machen, dass es am Ende des Tages „nur Schlaf“ ist. Klingt schroff, ist aber genau gegenteilig gemeint: Denn schon der Versuch, die Situation zu akzeptieren und anzunehmen kann bereits ungemein dabei helfen, konstruktiv nach Lösungswegen zu suchen und diese in Angriff zu nehmen.  

Es ist schwierig einen klaren Kopf zu behalten, wenn man selbst unter akutem Schlafmangel leidet und völlig gestresst ist. In dieser Situation ist auch eine gute Kommunikation der Eltern wichtig. Es ist völlig in Ordnung, im Verwandten- & Bekanntenkreis nach Hilfe zu fragen und sich neben dem Schlaf des Kindes, auch um die eigene Ruhe zu bemühen. 

Autorin: Jane-Lee Fromm

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